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Wissen · KI lernen und anwenden

Vier Bausteine für jeden guten KI-Auftrag

Wer diese vier Bausteine beherrscht, kommt mit jedem Werkzeug zurecht.

Von Basar Seven Lesezeit: etwa 3 Minuten Alle Beiträge

Worum es geht

Die meisten enttäuschenden Ergebnisse mit KI haben eine einfache Ursache: Der Auftrag war unvollständig.

Ein Sprach­modell kennt weder Ihre Kundin noch Ihr Ziel noch Ihre Maßstäbe. Was nicht im Auftrag steht, ergänzt es mit dem Wahrscheinlichsten. Vier Bausteine schließen diese Lücke.

Veröffentlicht Angabe folgt

Die vier Bausteine

  1. Baustein 01

    Aufgabe: Was genau soll die KI tun?

    Beschreiben Sie die Tätigkeit mit einem klaren Verb und ihrem Gegenstand: zusammen­fassen, vergleichen, entwerfen, prüfen. „Schreib etwas über unser Angebot“ lässt alles offen. „Entwirf eine Antwort auf die Anfrage im Anhang“ grenzt die Aufgabe ein.

  2. Baustein 02

    Ziel: Wofür brauchen Sie das Ergebnis?

    Dasselbe Material ergibt je nach Zweck ein anderes Ergebnis. Eine Zusammen­fassung für die Geschäfts­führung braucht die Entscheidung und ihre Folgen, eine für das Team die nächsten Schritte. Nennen Sie Leser, Anlass und Verwendung.

  3. Baustein 03

    Qualitäts­kriterien: Woran erkennen Sie ein gutes Ergebnis?

    Legen Sie vorher fest, was das Ergebnis erfüllen muss: Länge, Ton, Gliederung, Pflicht­angaben. Die KI richtet sich danach, und Sie prüfen das Ergebnis an denselben Punkten, bevor Sie es verwenden.

  4. Baustein 04

    Quellen­logik: Worauf darf sich die KI stützen?

    Sagen Sie, welche Unterlagen gelten und was die KI tun soll, wenn dort etwas fehlt. So bleibt sichtbar, was belegt ist und was nicht. Vertrauliche Unterlagen gehören nur in Werkzeuge, die in Ihrem Unternehmen dafür freigegeben sind.

Der Kern

Qualitäts­kriterien machen aus einem plausiblen Text ein prüfbares Ergebnis.

Ein Beispiel aus dem Büroalltag

Eine Kundin fragt per E-Mail nach einem Termin für eine Schulung. Der knappe Auftrag lautet: „Beantworte die Mail.“

Mit den vier Bausteinen wird daraus:

  • Aufgabe: Entwirf eine Antwort auf die angehängte Anfrage.

  • Ziel: Die Kundin erhält zwei Termin­vorschläge und weiß, wie sie verbindlich bucht.

  • Qualitäts­kriterien: höchstens 120 Wörter, Anrede mit Sie, kein Fachjargon, beide Termine mit Wochentag.

  • Quellen­logik: Nutze nur die angehängte Termin­übersicht. Erfinde keine Termine.

Das Ergebnis ist nicht nur besser. Sie prüfen es auch schnell, weil Sie die Kriterien selbst festgelegt haben.

Warum das mit jedem Werkzeug funktioniert

Die vier Bausteine beschreiben, was Sie wollen, nicht wie ein Werkzeug arbeitet. Sie gelten für ChatGPT, Claude und Langdock gleichermaßen. Wer sie sicher beherrscht, lernt beim Wechsel des Werkzeugs nur die Bedienung neu.

Artikel 4 der KI-Verordnung verlangt von Unternehmen, die KI-Systeme einsetzen, Maßnahmen für ausreichende KI-Kompetenz ihrer Beschäftigten. Gute Aufträge sind ein praktischer Teil davon.

Das Wichtigste in Kürze

  • Ein guter KI-Auftrag beschreibt Aufgabe, Ziel, Qualitäts­kriterien und Quellen­logik.

  • Qualitäts­kriterien machen das Ergebnis prüfbar, bevor Sie es verwenden.

  • Die Quellen­logik legt fest, worauf sich die KI stützen darf und was sie offenlassen soll.

Häufige Fragen

Wie lang sollte ein KI-Auftrag sein?

So lang, wie das Ergebnis wichtig ist. Für eine kurze Frage genügen ein oder zwei Sätze. Je länger Sie mit dem Ergebnis weiter­arbeiten, desto mehr lohnen sich alle vier Bausteine.

Kann ich gute Aufträge als Vorlage speichern?

Ja, bei wiederkehrenden Aufgaben lohnt sich das. Halten Sie Aufgabe, Ziel und Kriterien fest und tauschen Sie nur das Material aus.

Quellen

  1. Verordnung (EU) 2024/1689 über künstliche Intelligenz, Artikel 4 Amtsblatt der Europäischen Union, 12. Juli 2024

  2. Edulitix: KI Manager (IHK), Modul 2 Prompt Engineering: KI wie ein System führen
    Zu den Modulen

Über den Autor

Porträt folgt

Basar Seven

Basar Seven ist Gründer von Edulitix.

Er hat viele Jahre Finanzen und Controlling geleitet und war kaufmännischer Leiter eines Konzerns. Er ist Diplom-Kaufmann mit Executive MBA und Informatik­kaufmann (IHK). Heute ist er bundesweit Trainer für Bilanz­buchhalter, Controller und KI. Unternehmen berät er beim Einsatz von KI.

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